Feuerwehren in Bayern

Feuerwehr ist nicht gleich Feuerwehr.

In der Marktgemeinde Wendelstein kümmert sich die Freiwillige Feuerwehr Wendelstein um Ihre Sicherheit. Wie aber schaut es in den umliegenden Gemeinden aus? Werfen Sie mit uns einen Blick über die Gemeindegrenze hinaus und erfahren Sie, welche Arten der Feuerwehr in Bayern für die Sicherheit von Bürgern und Firmen sorgen.


Freiwillige FeuerwehrenFreiwillige Feuerwehr Wendelstein

Freiwillige Helfer kümmern sich hier um die Feuerwehrarbeit. Sie werden im Einsatzfall alarmiert und eilen dann zu den Gerätehäusern in denen Fahrzeuge und Ausrüstung bereitstehen. Der Feuerwehrdienst findet in der Freizeit statt. Zudem können ehrenamtliche Helfer bei einer Alarmierung ihre Arbeitsplätze verlassen.

Die Einsatzzahlen variieren stark. So bleiben die Einsätze bei kleinen Freiwilligen Feuerwehren im einstelligen Bereich. Dagegen rückt beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Schwabach bis zu 300 mal im Jahr zu Einsätzen aus. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Wendelstein haben sich die Einsatzzahlen in den letzten Jahren bei 100 bis 120 pro Jahr eingependelt.

Die Zahlen sprechen für sich. Etwa 320.000 ehrenamtliche Feuerwehrleute stellen in rund 7700 Freiwilligen Feuerwehren in Bayern, den Brandschutz sowie den technischen Hilfsdienst sicher.

Übrigens, auch in Nürnberg funktioniert Feuerwehr, trotz vorhandener Berufsfeuerwehr, nicht ohne die ehrenamtlichen Helfer. So rückt beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Worzeldorf im Schnitt über 40 Mal im Jahr zu Einsätzen aus. In Nürnberg werden insgesamt 18 Freiwillige Feuerwehren unterhalten.


Freiwillige Feuerwehren - mit hauptamtlichen Kräften

Finden sich in größeren Gemeinden mit hoher Einsatzbelastung. So ist etwa die Freiwillige Feuerwehr Erlangen organisiert. In der Stadt Erlangen, mit etwa 108.000 Einwohnern, ereignen sich im Jahr rund 1500 Einsätze, hinzu kommen um die 200 Sicherheitswachen. Eine Einsatzbelastung die alleine durch Ehrenamtliche nicht zu stemmen wäre. Daher besitzt die Feuerwehr eine ständig besetzte Wache mit hauptamtlichen Kräften. Kleinere Einsätze können damit ohne ehrenamtliche Helfer abgearbeitet werden.

Dennoch bleibt die Einsatzbelastung für die Ehrenamtlichen hoch und fordernd, da die Hauptamtlichen hier nur einen kleinen Teil der Feuerwehrdienstleistenden ausmachen.


Pflichtfeuerwehren

Eine eher unbekannte und seltene Art der Feuerwehr. Finden sich in einer Gemeinde zu wenig ehrenamtliche Helfer, werden Bürgerinnen und Bürger per Verpflichtungsbescheid zum Feuerwehrdienst aufgefordert. So sieht es das Bayerische Feuerwehrgesetz vor. Das Ganze ist dann logischer Weise nicht mehr freiwillig, daher der Name.

Der Pflichtfeuerwehrdienst würde auch Ausbildungen und regelmäßige Übungen beinhalten. Derzeit ist in Bayern jedoch keine Gemeinde in der unglücklichen Lage, diesen Weg gehen zu müssen. Die Gefahr ist dennoch für einige Gemeinden, insbesondere tagsüber, gegeben. Hintergründe sind u.a, dass vermehrt Berufstätige außerhalb ihres Wohnortes arbeiten wie auch, dass weniger Arbeitgeber ihre Angestellten für Feuerwehreinsätze freistellen können oder möchten.


BerufsfeuerwehrenBerufsfeuerwehr Nürnberg

Feuerwehren die vollständig aus Berufsfeuerwehrleuten bestehen, rund um die Uhr besetzt sind und von Gemeinden gestellt sowie unterhalten werden. Viele denken bei „Feuerwehr“ an eine Berufsfeuerwehr. In Bayern gibt es allerdings nur sieben Städte die über eine eigene Berufsfeuerwehr verfügen!

Die kleinste findet sich in Fürth und stellt einen Löschzug. Die größte Berufsfeuerwehr ist in München zu finden und verfügt über zehn Feuerwachen.

Daneben unterhalten die Städte Nürnberg, Regensburg, Würzburg, Ingolstadt und Augsburg eigene Berufsfeuerwehren. Die Einsatzbelastung wäre in Städten ab einer gewissen Größe für ehrenamtliche Helfer allein, nicht mehr mit dem eigenen Privat- und Berufsleben zu vereinen.

Zu erwähnen bleibt, dass die Anfahrtswege länger sein können, als bei Freiwilligen Feuerwehren. Der Zeitunterschied zwischen Alarmierung und Eintreffen ist daher, im Vergleich mit Freiwilligen Feuerwehren nicht so groß, wie man vielleicht vermutet. Die maximale Hilfsfrist von zehn Minuten gilt für Berufs- und Freiwillige Feuerwehren gleichermaßen.


Werkfeuerwehren

Firmen und Betriebe die ein hohes Gefahrenpotential besitzen, können verpflichtet sein, eine eigene Feuerwehr zu unterhalten. Einfach formuliert, eine interne Berufsfeuerwehr. In Nürnberg finden sich Werkfeuerwehren beispielsweise bei den Firmen Siemens und MAN. So bietet das große Trafowerk der Firma Siemens das entsprechende Gefahrenpotenzial. Bei der Firma MAN wird z.B. eine eigene Gießerei unterhalten, von der ebenfalls ein erhöhtes Gefahrenpotenzial ausgeht.

Werkfeuerwehren sind grundsätzlich nur für das jeweilige Firmengelände zuständig, können jedoch auf Anforderung auch im öffentlichen Raum tätig werden. Werkfeuerwehren sind zudem speziell für Unglücksfälle im eigenen Betrieb gerüstet und verfügen daher oftmals über besondere Ausrüstungen und Fahrzeuge.


Betriebsfeuerwehren

Die Betriebsfeuerwehr stellt das Pendant zur Werkfeuerwehr dar. Der kleine aber bedeutende Unterschied ist, dass hier Firmen freiwillig eine eigene Feuerwehr unterhalten. Insofern sind deren Fahrzeuge und Ausstattungen nicht an gängige Normen oder Anforderungen gebunden. Fuhrpark sowie Ausrüstung werden daher oft in den verschiedensten Ausführungen unterhalten. So gibt es Betriebsfeuerwehren die lediglich über einen Feuerwehranhänger verfügen, wie auch Betriebsfeuerwehren die rund um die Uhr besetzt sind und deren Ausstattung, die einer Werkfeuerwehr übertrifft.

Neben versicherungstechnischen Gründen, sollen kostspielige Produktionsausfälle durch besonders schnelles und ortskundiges Eingreifen geringgehalten werden. Betriebsfeuerwehren sind in vielen Fällen wie Freiwillige Feuerwehren organisiert. So gehen die Feuerwehrdienstleistenden im Betrieb ihrer normalen Tätigkeit nach und verlassen dann bei einer Alarmierung ihren Arbeitsplatz.