„Sturmfreies“ und ruhiges Einsatzjahr mit Mitgliederzuwachs

17. März 2017
Verein Ehrungen/Ernennungen Veranstaltungen
Wendelstein - Der Rückblick auf die Aktivitäten beim Feuerwehrverein und der aktiven Wehr in Wendelstein in 2016, Ehrungen und Neuwahlen standen im Mittelpunkt der aktuel-len Generalversammlung. Die Ehrungen galten jedoch heuer nicht nur langjährigen Mit-gliedern des Feuerwehrvereins, sondern auch einigen treuen Musikern der Feuerwehrka-pelle, die für ihr Engagement zusätzlich zum aktiven Dienst auch als Feuerwehrmusiker für bis zu 30jährige Zeit in der feuerwehreigenen Musikgruppe ausgezeichnet wurden.

Als Vorsitzender des Feuerwehrvereins eröffnete Andreas Bittner die Versammlung mit der Begrüßung der Ehrengäste und setzte nach der Totenehrung die Tagesordnung mit seinem Rückblick auf die Aktivitäten im Verein im Jahr 2016 fort. Erfreulicherweise ist bis zum 1.1.2017 die Mitgliederzahl wieder gestiegen wie auch die Zahl der Aktiven in der Wehr auf insgesamt 83 Floriansjünger gewachsen ist. Bei 11 Todesfällen und Austritten gab es letztes Jahr die hohe Zahl von 33 Neumitgliedern, insgesamt bestand der Feuerwehrverein damit zum Jahresende 2016 aus 309 aktiven und passiven Mitgliedern.

Die Feuerwehr-Senioren hatten ebenso wieder ein eigenes Programm mit zwei Fahrten und zwei Treffen vor Ort und vor allem für die Jugend war das Skiwochenende eine gelungene Veranstaltung. Im Rahmen der Vereinsveranstaltungen war die Sonnwendfeier wieder ein Höhepunkt, aber auch der „Familientag“ mit Fahrradtour zum Wasserhochbehälter mit dortiger Führung gehörte zu den Höhepunkten. Aktuell sei zudem eine neue Internetseite im Aufbau und der abschließende Dank von Andreas Bittner galt allen an den Veranstaltungen beteiligten Helfern im Verein und der aktiven Wehr wie auch der Gemeinde für die ganzjährige Unterstützung.   

 

Technische Hilfeleistungen dominierten bei den Einsätzen

Kommandant und Kreisbrandmeister Christian Mederer blickte für die aktive Wehr auf die letzten zwölf Einsatz- und Ausbildungsmonate zurück. Er freute sich über die zehn Neuzugänge bei der Wehrmannschaft, wobei zu den derzeit 83 Feuerwehrdienstleistenden 18 Frauen gehören und es sowohl bei der Jugendfeuerwehr wie in der aktiven Wehr Neuzugänge gab. Mit 104 Einsätzen im letzten Jahr war das Einsatzjahr ruhiger und vor allem „sturmfreier“ als das Vorjahr. Ein Schwerpunkt blieben technische Hilfeleistungseinsätze mit 81 Alarmierungen, hier dominierten Ölschadenseinsätze sowie Türöffnungen mit knapp 40 Alarmierungen die Hilfeleistungen.

Bei den Einsätzen konnten 18 Personen aus Gefahrenlagen gerettet werden und mit 11 Brandeinsätzen sank auch die Zahl der Fehlalarmierungen im Vergleich zum Vorjahr, wobei die Aktiven insgesamt 2245 Arbeitsstunden im Einsatz waren. An Aus- und Weiterbildungen fanden im Rahmen von knapp 70 Belehrungen, Übungen, Fachgruppenübungen und monatliche Maschinistenübungen statt. Abgeprüft wurde das Fachwissen beim „Leistungsabzeichen ‚Wasser‘ “ als gemeinsame Leistungsprüfung aller Ortswehren in der Gemeinde und nur auf die Stützpunktwehr bezogen beim „Leistungsabzeichen ‚Technische Hilfeleistung‘ “.

 

Gesamtjugendwehr mit 41 Aktiven in sieben Ortswehren

Neben der Kommandantenwahl war die fachliche Weiterbildung war ein weiterer wichtiger Punkt, denn an den Lehrgängen am Standort, in den Feuerwehrschulen sowie in Eigenregie zusammen mit der Gemeinde nahmen 40 Aktive der Wendelsteiner Feuerwehr teil. Sowohl bei der technischen Fahrzeugausstattung wie bei den Gerätschaften selbst gab es etliche Neuerungen und eine wichtige Bereicherung für die Ausbildung im Brandmeisterbereich war die gemeinsam von den Gemeinden Schwanstetten und Wendelstein angeschaffte „Feuerlöscherübungsanlage“, auf die alle Ortswehren beider Gemeinden für die Fachausbildung zurückgreifen können.

Von der Gesamtjugendfeuerwehr wechselten in 2016 insgesamt drei Jugendliche in die Ortswehren, die Gesamtjugendwehr bestand damit zum Jahresende aus 41 Jugendlichen. Die Jugendlichen sind dabei in der Stützpunktwehr oder sechs weiteren Ortswehren in der Gemeinde aktiv und absolvierten neben den Übungen ihrer Ortswehr mit der Gesamtjugendwehr auch eigene Übungen und Belehrungen sowie einen „24h-Einsatztag“. Prüfungen waren hier der Wissenstest, die bayerische Jugendleistungsprüfung und die „Jugendflamme“. Mit einem Dank an Gemeinde, Landkreis und alle Aktiven für deren ehrenamtliches Engagement endete den Rückblick.

 

Berufspflichten kollidieren mit der Tagesbereitschaft der Feuerwehren

Der Bericht über das Einsatzjahr war zugleich der Zeitpunkt, um die Ehrengäste um ihre Grußworte zu bitten. Landrat Herbert Eckstein betonte dabei, dass die mit der Statistik und mit Bildern in Erinnerung gerufene große Zahl an Einsätzen beim Gesamtarbeitspensum der Feuerwehren nur die „Spitze des Eisbergs“ sei, da die Öffentlichkeit nicht den zusätzlichen Ausbildungs- und Übungsaufwand miterlebe. Und nur mit einer grundlegenden wie umfassenden Ausbildung, um im Notfall unter anderen Arbeitsbedingungen richtig zu handeln, sei diese Hilfsverpflichtung der Feuerwehren gut erfüllbar.

Leider steige zudem der bürokratische Aufwand für die Verantwortlichen in den Wehren und in manchen Orten haben die Berufspflichten der ehrenamtlichen Helfer schon dazu geführt, dass Ortswehren sich aus der Tagesbereitschaft abmelden mussten. Auch deshalb gelte allen Aktiven und Verantwortlichen in den Feuerwehren ein großer Dank für ihr Engagement. Besonders erfreut zeigte sich der Landrat über die große Zahl an Jugendlichen in den Feuerwehren des Marktes Wendelstein, denn „darin liegt die Zukunft unserer Feuerwehren“. Auch der Gemeinde Wendelstein galt sein Dank für deren Unterstützung der Ortswehren.     

 

Emotionaler Dank eines Geretteten

Horst Kohl dankte als Gast der Versammlung vor allem aus einem Grund der Feuerwehr: Er hatte vor mehreren Wochen große gesundheitliche Probleme, war allein zuhause und nur durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr mit Türöffnung und Mithilfe beim späteren Transport durch den Rettungsdienst konnte er noch rechtzeitig behandelt und operiert werden. „Es war mir heute wichtig, dies hier in der Versammlung persönlich zu sagen, um denen zu danken, durch deren Hilfe ich heute hier sein kann und wieder auf dem Weg der Genesung bin“ beschloss er sein emotionales Grußwort, was auch in der Versammlung ein besonderer Moment war.    

Auch Bürgermeister Werner Langhans schloss sich gern dem Dank an alle Aktiven in der Feuerwehr an und war von der großen Zahl an Aktiven in der Gesamtjugendwehr beeindruckt. Der Rückblick aufs Einsatzjahr mit Fotos von einigen besonderen Einsätzen habe gezeigt, dass kein Einsatz wie aus dem Lehrbuch ablaufe, sondern immer neues und Geschehnisse in unbekannter Härte bringen könne. Auch deshalb werde die Gemeinde weiterhin alle Feuerwehren bei der Optimierung ihrer Ausstattung und der Möglichkeiten zur fachlichen Ausbildung unterstützen, denn die Gemeinde Wendelstein ist stolz auf ihre Feuerwehren und deren Engagement.

 

Feuerwehrdienst und dazu noch „Musiker in Uniform“

Ein Grußwort oblag auch Harald Oelschlegel vom Landesfeuerwehrverband Bayern. In doppelter Funktion als Vertreter des Landesfeuerwehrverbands wie als Landesstabführer für die bayerischen Musikgruppen innerhalb der Feuerwehren zeigte er sich von den Aktivitäten der Wendelsteiner Wehr beeindruckt. Es „gebe den ohnehin zeitintensiven ehrenamtlichen Feuerwehrdienst und dazu noch Musikbegeisterte, die sich dann zu Musikkapellen oder Gruppen zusammenfinden und als „Musiker in Uniform“ zusätzlich ihre Feuerwehr vertreten“. In Bayern gebe es 2800 Musikerinnen und Musiker in den Feuerwehren, organisiert in drei Chören und knapp 90 Musikzügen oder Musikkapellen.

Der Dank von Harald Oelschlegel an die Aktiven der hiesigen Feuerwehr-Musikkapelle war die ideale Überleitung zum Bericht für den Musikzug der Wendelsteiner Wehr durch Robert Sußner. Aktuell bilden 15 Musikerinnen und Musiker die Kerngruppe, ein Neuzugang hat bereits mit der musikalischen Ausbildung begonnen und bei Auftritten werde der Musikzug dankenswerterweise von den Musikern der „Wendelsteiner Musikanten“ unterstützt. Der Bericht von Vereinskassier Thomas Reger zum Kassenbestand des Feuerwehrvereins fand das Lob der Kassenprüfer, nach deren Empfehlung die anwesenden Mitglieder den Gesamtvorstand einstimmig entlasteten.

 

Neuwahlen und Ehrungen für Mitglieder und Musiker

Den Neuwahlen waren diesmal etliche Ehrungen vorgelagert. Vorsitzender Andreas Bittner zeichnete dabei für 25jährige Treue zum Feuerwehrverein Heike Hefele, Alexandra Mederer, Kirsten Stadick, Udo Lehmann, Frank Persak, 2.Bgm. Klaus Vogel und Rainer Wais aus und übergab neben einem Geschenk die Ehrenurkunde samt Ehrennadel. Seit 40 Jahren sind zudem Helmut Barwig, Franz Pschera und Willibald Schaffer treue Vereinsmitglieder und erhielten hierfür eine Ehrenadel samt Urkunde und Präsent. Seit 50 Jahren hält zudem Klaus Becker als Mitglied die Treue und seit 60 Jahren Heinrich Dürschner und Erich Wissmeier.

Gemeinsam mit Harald Oelschlegel ehrte Robert Sußner langjährige Aktive des Musikzugs: Eine Urkunde des Landesfeuerwehrverbands Bayern für 10 Jahre als Musiker erhielt Heiko Küllstädt. Andreas Bittner und Christian Mederer erhielten ihre Urkunde für 20 Jahre als Musiker in der Feuerwehr und die Ehrennadel in Silber von der deutschen Bundesvereinigung der Musikverbände. Für Frank Persak gab es eine Ehrung für 25 Jahre im Musikzug vom Landesfeuerwehrverband. Die Ehrennadel in Gold der Bundesvereinigung samt Urkunde vom LFV Bayern für 30 Jahre Feuerwehrmusik erhielten Birgit Heider, Alexandra Mederer und Werner Wolfsteiner.  

Eine Ehrenurkunde erhielt zudem Felix Fiedler für 30 Jahre als Musiker und Robert Sußner wurde sowohl als Musiker wie als Dirigent mit je einer Ehrennadel ausgezeichnet, denn seit 30 Jahren spielt er schon im Musikzug mit und leitet ihn zudem seit zehn Jahren als Dirigent. Bei den anstehenden Wahlen wurde bei den Beisitzern im Vorstand als Nachfolger von Heiko Küllstädt jetzt Julian Ramsauer gewählt, als Seniorenvertreter wurde Helmut Mederer bestätigt und beim Schiedsgericht wurden Christian Leitermann, Georg Reitinger sen., Dr. Jörg Ruthrof, Florian Valet wiedergewählt, neu als Nachfolger von Anja Sperner ist hier Werner Neswadba. (jör)

 

Fotos (jör): Die geehrten Vereinsmitglieder und Musiker der Wendelsteiner Feuerwehr mit Kommandant Christian Mederer (4. V. rechts), Bürgermeister Werner Langhans (links), Harald Oelschlegel vom LFV Bayern (2.v. links), Vorsitzendem Andreas Bittner (3.v. links) und Musikzugleiter Robert Sußner (2.v. rechts).

 

Bericht: Dr. Jörg Ruthrof