Fund einer Fliegerbombe an der A73

Nach einem Bombenfund auf der A 73 lief ein Großeinsatz an. Auf dem Gelände der Feuerwehr Wendelstein sammelten sich zeitweise unzählige Einsatzkräfte. Hierzu haben wir einen ausführlichen Bericht verfasst, der einen Einblick gibt über das was im Hintergrund passiert. 

Einsatzanlass

Der Fund einer Fliegerbombe führte am 6. Mai zu einem stundenlangen Großeinsatz von vielen Einsatzkräften. Bei Bauarbeiten an der A 73 stieß man am Vormittag auf eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Wie der Presse zu entnehmen war, handelte es sich um eine amerikanische Fliegerbombe mit mehr als 100 Kilo Sprengstoff und einem Zünder, der nicht entschärft werden konnte. Nachdem der Sprengkörper durch den Kampfmittelräumdienst in Augenschein genommen worden war, wurde die ILS Mittelfranken-Süd verständigt.  

 

KräftesammelstelleFortlaufende Alarmierung von Einsatzkräften

Bei der Alarmierung der Einsatzkräfte um 11:41 Uhr erfolgte die Alarmierung mit dem Stichwort „Bombenfund“. Es galt vor Ort festzustellen, von welcher möglichen Schadwirkung und Größe bei dem Blindgänger auszugehen war. Die ersten Fahrzeuge der Feuerwehr Wendelstein rückten umgehend zur Einsatzstelle aus.

Zug um Zug wurden weitere Kräfte alarmiert und das Einsatzgeschehen nahm seinen Lauf. So wurden frühzeitig auch die Feuerwehren Altenfelden und Brunnau alarmiert. Sie hätten im Falle ihres Einsatzes mit mobilen Lautsprechern eine Bevölkerungswarnung ermöglicht.

Aufgrund der vor Ort festgestellten Einsatzlage konnten sie jedoch zwischenzeitlich wieder aus dem Einsatz entlassen werden. Die Bevölkerung wurde durch die Presse und den Rundfunk, aber auch durch die Warn-Apps Katwarn und NINA über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Evakuierungen wurden nicht erforderlich.

Auch das THW und mehrere Rettungsdienste wurden alarmiert und in das Einsatzgeschehen eingebunden.

 

KräftesammelstelleDreh- und Angelpunkt im Feuerwehrhaus Wendelstein

Als Kräftesammelstelle und als Ort der Einsatzleitung wurde das Feuerwehrgelände der Feuerwehr Wendelstein bestimmt. Aus diesem Grund fuhr ein Großteil der alarmierten Kräfte zunächst in den Richtweg 58 in Wendelstein, was bei manchem Anwohner für Verwunderung sorgte.

Die Einheiten hielten sich über mehrere Stunden im Feuerwehrhaus bereit. Die Einsatzleitung erfolgte dabei aus zwei Einsatzleitwägen des Katastrophenschutzes des Landkreises Roth und den Johannitern.

Versorgung der EinsatzkräfteDurch die Feuerwehr Wendelstein und die Johanniter erfolgte die Versorgung der Einsatzkräfte. Da ein stundenlanger Einsatz abzusehen war, wurden zeitnah Getränke und belegte Brötchen im Feuerwehrhaus zubereitet, bereitgestellt und zur Einsatzstelle gebracht. Hierum kümmerte sich zunächst das Team der Feldküche der Feuerwehr Wendelstein. Sie besorgten kurzerhand die erforderlichen Lebensmittel und organisierten damit die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Tatsächlich drehte sich nicht alles um den Bombenfund. Es wurden auch Personal sowie Fahrzeuge wurden für reguläre Einsätze bereitgehalten, sodass die Einsatzbereitschaft der Feurwehr Wendelstein durchgehend gegeben war.

 

VollsperrungEntschärfung nicht möglich

Durch den Kampfmittelräumdienst wurde festgestellt, dass die Bombe nicht entschärft werden kann und kontrolliert gesprengt werden muss.

Als problematisch erwies sich dabei die nahegelegene Autobahn, aber auch eine Gasleitung, die sich im möglichen Einwirkungsbereich befand. Damit war klar, dass eine Sprengung ohne weitere Absicherungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden kann.

Aufgrund der Nähe zu einer Gasleitung wurde auch das Eintreffen eines Sachverständigen veranlasst und abgewartet. Die vorgesehenen Absicherungsmaßnahmen nahmen ihre Zeit in Anspruch, weshalb die Sprengung zeitweise verschoben wurde.

Es wurden Dämmstoffe aber auch Wasserbehälter beigebracht, welche die Druckwelle der Explosion dämmen sollten. Die speziellen Wasserbehältnisse wurden aus Roth, Erlangen und Weißenburg geordert und durch die Feuerwehren Roth, Erlangen und Weißenburg zur Einsatzstelle gebracht.  

Dort wurden sie mit Tanklöschfahrzeugen befüllt. Bei dem Einsatz waren Tanklöschfahrzeuge von den Feuerwehren Großschwarzenlohe, Allersberg und Roth beteiligt.

 

Kontrollierte Sprengung der Fliegerbombe

Unmittelbar vor der SprengungEine Stunde vor der Sprengung, um 15:52 Uhr, erfolgte in Wendelstein eine Sirenenalarmierung, die als Nachalarmierung diente. Es fanden sich dadurch weitere Feuerwehrleute am Feuerwehrhaus ein, die bei der ersten Alarmierung noch nicht zur Verfügung gestanden haben. Es handelte sich dabei um eine vorsorgliche Erhöhung der Einsatzbereitschaft.

Kurz vor der Sprengung erfolgte eine Vollsperre der A 73 in beiden Richtungen. Auf der sonst belebten Autobahn wurde es damit gespenstisch still.

Ein Polizeihubschrauber befand sich im Vorfeld der Sprengung ebenfalls im Einsatz. Es galt den schlecht einsehbaren Waldbereich zu kontrollieren. Nur auf diesem Wege konnte ausgeschlossen werden, dass sich Wanderer oder Sportler im Sperrbereich aufhalten oder unterwegs sind.

Begutachtung der Bombe nach der SprengungEin nichtalltäglicher Einsatz endete letztlich mit der erfolgreichen Sprengung, die sich als gar nicht so spektakulär erwies, wie manch einer vermuten mochte. Schäden an den nahgelegenen Bauwerken wurden zum Einsatzende hin nicht bekannt. Auch zu Personen kamen nicht zu schaden.

Die Sicherheitsvorkehrungen behielten trotzdem ihre Berechtigung. Umherfliegende Splitter hätten insbesondere den Fahrzeugverkehr auf der Autobahn gefährden können. Auch wäre ohne die umfangreichen Schutzmaßnahmen die Verursachung von Sach- oder Personenschäden deutlich wahrscheinlicher gewesen.

 

Abschluss des Großeinsatzes

Warme MahlzeitDie Johanniter und das Feldküchenteam des Feuerwehrvereins hatten zwischenzeitlich eine warme Mahlzeit zubereitet, welche den Einsatzkräften zum Einsatzende im Feuerwehrhaus Wendelstein angeboten wurde. Es gab Gulasch mit Nudeln und dabei einen abschließenden Austausch unter den hungrigen Einsatzkräften, die auf einen langwierigen, aber gelungenen Einsatz zurückblickten.

Die Feuerwehr Wendelstein bedankt sich an dieser Stelle für die gute und erfreuliche Zusammenarbeit mit allen Personen und Fachfirmen, den verschiedenen Feuerwehren, sowie den Rettungs- und Hilfsorganisationen und der Polizei, die allesamt an dem Großeinsatz beteiligt waren.

 

Hinweis in eigener Sache

Uns bleibt die Anmerkung vergönnt, sollte bei unserer Auflistung der Einsatzkräfte jemand übersehen worden sein, bitten wir um einen kurzen formlosen Hinweis unter web@feuerwehr-wendelstein.de

 


Einsatzdaten und eingesetzte Kräfte

 

Einsatzart: Brand
Alarmierung: Funkmeldeempfänger, Sirene
Einsatzstart: 6. Mai 2019 11:41
Einsatzdauer: ca. 6 Stunden 30 Minuten
Fahrzeuge: MZF
  LF 16/12
  SW 2000
  VLKW
  LF 8
  VSA
  VSA
Alarmierte Einheiten:   Katastrophenschutz Lkr. Roth:
  Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung
  Einsatzleitwagen 2 (ELW2)
  Dekon KBI Bereich 3
   
  Rettungsdienste:
  Einsatzleitwagen (ELW Kater SC 13/2)
  Einsatzleiter Rettungsdienst
  Bayerisches Rotes Kreuz
  Malteser
  Johanniter
   
  Feuerwehrführungskräfte:
  Roth Land 14/1
  Roth Land 67/1
  Roth Land 55/1
  Roth Land 53/1
   
  Feuerwehren:
  Feuerwehr Allersberg
  Feuerwehr Roth
  Feuerwehr Großschwarzenlohe
  Feuerwehr Erlangen
  Feuerwehr Weißenburg
  Feuerwehr Brunnau
  Feuerwehr Altenfelden
   
  THW Fachberater
  Kampfmittelräumdienst
   
  Polizei
  Polizeihubschrauberstaffel Roth