Brandalarm im Seniorenheim. Eine nichtalltägliche Einsatzübung.

21. September 2018
Übung/Ausbildung
200 Einsatzkräfte im Großeinsatz - Im Kampf gegen Brand, Rauch und die Zeit. Die Brandmeldeanlage im neuen Seniorenzentrum Novita in Kleinschwarzenlohe löste Alarm aus. Durch die ILS Mittelfranken-Süd in Schwabach erfolgte um 18:49 Uhr zunächst die Alarmierung der Feuerwehren Kleinschwarzenlohe und Wendelstein. Was folgte, war ein Großeinsatz, der es in sich hatte.

 

Dramatisches Einsatzszenario

Vor Ort stellten die ersteintreffenden Kräfte fest, dass die Brandmeldeanlage nicht ohne Grund ausgelöst hatte. Es drohte die Brandausbreitung. Schnell war klar, dass mehrere Etagen völlig verraucht waren. Die Evakuierung des Gebäudes war zwingend nötig. Viele Bewohner konnten sich aus eigener Kraft nicht mehr retten. Sie waren dem Brandrauch bereits ausgesetzt oder unmittelbar davon bedroht.

 

Nachalarmierung

Ohne weitere Unterstützung wäre der Einsatz nicht händelbar gewesen. Es folgte eine umfangreiche Nachalarmierung. Nun schrillten die Sirenen in sechs weiteren Ortsteilen Wendelsteins sowie in der Marktgemeinde Schwanstetten. Alle Feuerwehren der Marktgemeinde Wendelstein, die Feuerwehren Leerstetten und Schwand wurden in den Einsatz geschickt. Seitens der Rettungsdienste waren die Malteser, das BRK sowie die Johanniter im Einsatz.

 

Einsatzkräfte unter Druck

Unterdessen gingen bereits die ersten Feuerwehrleute unter Atemschutz zur Personenrettung in das Gebäude vor. Hilfeschreie von Bewohnern hallten durch die Flure. Nebelmaschinen erhöhten den Stressmoment der Feuerwehrleute und sorgten für unübeschaubare Raumaufteilungen und Flure die sinnbildlich ins unendliche führten. Die Sichtverhältnisse waren stark eingeschränkt, die beklemmende Umgebung damit perfekt inszeniert.

 

Koordination des Großeinsatzes

Die Übung war groß und realistisch angelegt. In das Einsatzgeschehen waren letztlich über 200 Einsatzkräfte aus zehn Feuerwehren und drei Rettungsdienstorganisationen eingebunden.

Die Einsatzleitungen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr, bauten ihre „mobilen Leitstellen“ Tür an Tür auf. Nur so konnte der reibungslose Informationsaustausch und das effektive Zusammenwirken der vielen Einsatzkräfte sichergestellt werden. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG OEL) aus Roth sorgte für den koordinierten Einsatz der zehn Feuerwehren.

Die Feuerwehren kümmerten sich in mehreren sogenannten Einsatzabschnitten um die Personenrettung unter Atemschutz und die Brandbekämpfung. Angrenzende Gebäude wurden vor Brandübergriff geschützt. Das Löschwasser wurde aus Hydranten und der Schwarzach gefördert. 40 Personen wurden im Laufe des Einsatzes gerettet.

Täuschend echt geschminkte Statisten wurden dem Rettungsdienst übergeben. Nach erster Sichtung der Patienten erfolgten Aufteilung und Behandlung der geretteten und teils schwer verletzten Patienten. Eine besondere und nicht alltägliche Herausforderung für den Rettungsdienst. Ohne Übungserfahrung würde im Ernstfall schnell das Chaos die Oberhand gewinnen.

Die Großübung wurde erfolgreich gemeistert, sodass um 20:45 Uhr das Übungsende bekannt gegeben wurde. Die Erkenntnisse aus dem Übungsablauf werden in künftige Einsatzabwicklungen einfließen.

Die Übung diente im Besonderen dazu, das Zusammenspiel der Rettungsorganisationen und der Feuerwehren einzuüben. Derartige Einsatzszenarien ereignen sich glücklicherweise nur selten, doch gerade deswegen sind entsprechende Übungen unentbehrlich.

 

Umfangreiche Vor- und Nachbereitung

Die Führungskräfte der Feuerwehr Kleinschwarzenlohe Thomas Meyer und Martin Kohlert bereiteten, in Zusammenarbeit mit Führungskräften der Feuerwehr Wendelstein, die aufwändige Übung vor. Der personalintensive Einsatz von Atemschutzgeräteträgern erforderte eine sorgfältige Vorbereitung sowie eine mehrtägige Nachbereitung. Jedes benutzte Atemschutzgerät, jede Atemschutzmaske, musste nach dem Einsatz wieder geprüft und gereinigt werden. Die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft aller eingesetzten Fahrzeuge erfolgte jedoch schon unmittelbar nach Übungsende.

 

Grußworte und Danksagungen

Die Übung wurde durch einige Beobachter begleitet, die zum Abschluss den Einsatzkräften in großer Runde dankten und ihr Lob aussprachen. Aus der örtlichen Politik waren die Bürgemeister der Marktgemeinden Schwanstetten und Wendelstein, Robert Pfann und Willibald Milde anwesend. Aus der Kreisbrandinspektion des Landkreises Roth, waren Kreisbrandrat Werner Löchl, die Kreisbrandinspektoren Egbert Petz und Michael Stark sowie Kreisbrandmeister Christian Mederer anwesend. Auch der Leiter des Seniorenzentrums Novita Kleinschwarzenlohe, Herr Philipp Rösler zeigte sich von dem Einsatzgeschehen sichtlich beeindruckt und bedankte sich herzlich für die Einsatzbereitschaft.

 

Mit einem gemeinsamen Essen in den Räumlichkeiten der Feuerwehr Kleinschwarzenlohe wurde der schweißtreibende Abend beschlossen. Die Feuerwehr Wendelstein dankt den vielen ehrenamtlichen Helfern die mit uns zusammen die Übung bewältigten, wie auch der der Bevölkerung, für ihr entgegen gebrachtes Verständnis.

 

Herzlichen Dank an Pommer Fotografie für die Bereitstellung vieler beeindruckender Fotografien. Weitere Aufnahmen werden in der kommenden Zeit noch via Facebook und Instagram veröffentlicht.

 

Bericht: 

M. Rahman