Eine Unterrichtsstunde der etwas anderen Art

7. Februar 2019
Verein
Die Klasse 8b des Wendelsteiner Gymnasiums besuchte die Feuerwehr Wendelstein. Ein eintretender Brandfall macht schnelle Entscheidungen erforderlich. Mit einem Theorie- und Praxisteil wurden die Schülerinnen und Schüler auf den Ernstfall vorbereitet.

Am 07.02.2019 erhielten wir einen nicht alltäglichen Besuch im Feuerwehrhof. Die Klasse 8 b des Wendelsteiner Gymnasiums machte sich mit ihrer Chemielehrerin Katja Streidel auf den Weg, um sich der Thematik Brennen und Löschen auf praktischem Weg zu nähern.

Der Umgang mit brennbaren Stoffen findet nahezu alltäglich statt, ohne dass man sich hierüber eingehende Gedanken macht. Ein eintretender Brandfall macht jedoch schnelle Entscheidungen erforderlich. Die richtige Auswahl des Löschmittels kann von großer Bedeutung sein, ob sich ein Löscherfolg einstellt oder vielleicht sogar ein gravierend gegenteiliger Effekt erzielt wird.

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln ist die FF Wendelstein in der Lage, derartige Auswirkungen im Versuch recht anschaulich darzustellen.

Zuvor aber stand eine Art Unterrichtsstunde auf dem Programm. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit überhaupt ein Brand entsteht? Welche Löschmittel eignen sich am besten bei welchen brennenden Stoffen? Wie verhält man sich richtig, wenn es brennt? Es gab einiges zu erklären, um über theoretische Grundlagen für die nachfolgende Praxis zu verfügen.

Der wohl interessantere Teil des Vormittags stand dann aber im Freien auf dem Programm.

Hierzu hatten die beiden Brandschutzerzieher Andrea Ebeling und Thomas Reger die Feuerlöscherübungsanlage aufgebaut. Ausgestattet mit dem Wissen der richtigen Bedienung eines Feuerlöschers gingen die Schüler zunächst eifrig daran, einem Papierkorbbrand zu Leibe zu rücken.

Anschließend wurden die Folgen einer falschen Löschmittelauswahl anhand diverser Beispiele ausführlich demonstriert.

Beeindruckt erlebte die Klasse die Beflammung einer Deo-Flasche. Mag man mit einer gewissen explosiven Wirkung gerechnet haben, die Stichflammenbildung war dann vielleicht doch etwas Neues.

Auch wenn weitgehend geläufig ist, dass Fettbrände niemals mit Wasser bekämpft werden dürfen: den Unterschied zwischen dem Einsatz eines Topfdeckels und der Zugabe von Wasser, was einen meterhohen Flammenpilz nach sich zog, hautnah visuell zu erleben, stellt jedes Mal einen nachhaltigen Eindruck dar.

Bereits die Zugabe einer kleinen Menge Wasser in ein Schälchen brennenden Benzins führte, wie man mit Staunen feststellte, zu einer erheblichen Ausweitung des Brandes.

Dass der Versuch, brennende Metallspäne mit Wasser zu löschen, zu einem gänzlich anderen Ergebnis führt als beabsichtigt, war vielleicht noch nicht jedem Schüler geläufig.

Um auch für die anwesenden Pädagogen einen Schulungseffekt zu erzielen, durften sie abschließend einen Brand unter Zuhilfenahme eines Pulverlöschers bekämpfen. Anhaltender Applaus der Klasse folgte der erfolgreichen Ausführung.

Der Einsatz des HLF 20/16 im Pendelbetrieb beendete eine nicht ganz alltägliche Unterrichtsstunde. Uns hat es Spaß gemacht und vielleicht sind bei unseren Gästen einige Informationen auch dauerhaft hängengeblieben.

 

Bericht: Thomas Reger