Feuerwehrübung in luftiger Höhe

24. Mai 2019
Übung/Ausbildung
Die Feuerwehr klettert nicht nur auf Leitern nach oben. Es geht auch mit Kletterausrüstung in Schwindel erregende Höhen. Es trieb der Fachgruppe Absturzsicherung den Schweiß ins Gesicht, doch aus der Ruhe gerieten sie nicht.

Ende Mai traf sich die Fachgruppe Absturzsicherung der Feuerwehr Wendelstein zur monatlichen Übung. Der Fachgruppenleiter Jörg Felßner konnte diesmal eine besondere Übungsörtlichkeit auf einer Baustelle im Richtweg in Wendelstein organisieren. 

Es galt eine Person auf dem Ausleger eines Baustellenkranes zu sichern. Dabei handelte es sich um eine Übungpuppe, die bei Eintreffen an der Einsatzstelle bereits oben auf dem Kran positioniert war. Entsprechend der Übungsannahme war der Baukran mit der Drehleiter nicht zu erreichen. Also mussten die Feuerwehrleute auf direktem Wege hinauf.

Das Besteigen des Turmkranes erfolgte an der Konstruktion des Kranes. Leitern die den Aufstieg erleichtert hätten, gab es nicht. Natürlich fand die Besteigung nicht ohne Absicherung statt. Mit sogenannten Ypsilon-Falldämpfern sicherten sich die Feurwehrleute während dem Besteigen vor einem Absturz ab. Dennoch galt es mit der mentalen und der körperlichen Belastung umgehen zu können.

Im Falle eines vergleichbaren Echteinsatzes würde über die ILS Mittelfranken-Süd zusätzlich eine Höhenrettungsgruppe alarmiert werden, wobei jedoch eine längere Anfahrtszeit einzurechnen ist. Spezialisierte Höhenrettungsgruppen gibt es u.a. bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg oder der Bergwacht, die auch im Großraum Nürnberg über Stützpunkte verfügt. 

Ihnen würde dann die eigentliche Rettung obliegen, nachdem die örtliche Feuerwehr den Absturz einer Person durch Sicherungs- und Betreuungsmaßnahmen verhindert und so ersteinmal die größte Gefahrenlage abwendet.

Doch musste die Puppe zum Abschluss trotzdem wieder runter gebracht werden. Hier wurde ein spezieller Flaschenzug eingesetzt. Das Herablassen der Puppe erfolgte jedoch unter den gleichen Sicherheitsvorkehrungen und Gesichtspunkten, wie es auch bei einem echten Mensch der Fall gewesen wäre. Hier spielte sich die mehrjährige Erfahrung der Fachgruppenmitglieder aus, sodass auch dieser zusätzliche Übungsteil gemeistert und damit das Übungsszenario abgeschlossen werden konnte.

Wie nach jeder Übung mussten die eingesetzten Kletterausrüstungen, Seile, Bandschlingen, Karabiner und weitere Einsatzgeräte im Feuerwehrhaus penibel überprüft werden. Unbemerkte Materialschäden würden unberechbare Gefahren für die Feuerwehrleute darstellen.

Solche Einsatzszenarien stellen die Grenzbereiche der Fachgruppe Absturzsicherung dar. Im Normalfall sind eher allgemeine feuerwehrtechnische Arbeiten in sogenannten absturzgefährdeten Arbeitsbereichen wie Hausdächern oder Schächten zu erwarten. Doch sind dann die gleichen Einsatzgrundsätze und Sicherheitsvorkehrungen zu wahren, wie es auch beim Übungsszenario auf der Baustelle der Fall war.

 

Bericht: RahmanM