Probealarm Bayernweit

12. September 2019
Verein Öffentlichkeitsarbeit
In vielen Orten heulen um 11 Uhr die Sirenen. Die Warn-Apps werden vielerorts getestet. Im Landkreis Roth wird ein Probealarm für die Warn-Apps ausgelöst. Wir erklären den Hintergrund und haben passende Videolinks für Sie beigefügt.

Vielerorts nicht mehr bekannt

Für viele mag ein Sirenenalarm befremdlich klingen. Gerade in größeren Städten in denen die Feuerwehralarmierung gänzlich ohne Sirenen auskommt, hören die Bewohner keine Sirenen mehr. Dass die Sirenen auch zum Zwecke der Bevölkerungswarnung dienen, ist vielen nicht mehr bekannt.

Anfang der 90er Jahre noch gab es ein flächendeckendes Sirenennetz, auch in den Städten. Ein Überbleibsel aus dem Kalten Krieg, bei dem eine militärische Bedrohung grundsätzlich gegeben war. Betrieben durch den Bund, sollte damit die Warnung der Bevölkerung sichergestellt sein, für den Fall eines militärischen Angriffs. Ein damals wichtiger Baustein im Bevölkerungsschutz verlor nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges seine ursprüngliche Bedeutung. Glücklicherweise!

Rückbau der Sirenen

Der Bund übergab seine Sirenen den jeweiligen Kommunen. Viele Sirenenanlagen wurden in der Folge abgebaut. Es blieben fast nur die Sirenen übrig, die auch der Feuerwehralarmierung dienten. Gerade in kleineren Städten und dem ländlichen Raum hat sie sich die Sirene damit bis heute gehalten. 

Wiederaufbau der Sirenen

Inzwischen geht der Trend jedoch wieder hin zum Aufbau des Sirenennetzes. Besondere Hochleistungssirenen sollen vielerorts wieder die Warnung der Bevölkerung sicherstellen. Nun sollen weniger Sirenenanlagen installiert werden und dafür eine höhere Reichweite erzielen. Im Nürnberger Stadtgebiet wurden mit diesem Hintergrund die ersten neuen Anlagen installiert. Dank neuer Technik sind dann auch Durchsagen möglich. Auch andere Städte gehen ähnliche Wege.

Was war geschehen, dass ein Umdenken eingesetzt hat?

Man hat zwischenzeitllich festgestellt, dass ein Warnnetz auch für Gefahrenlagen sinnvoll ist, die nicht mit einer militärischen Bedrohung einhergehen. So können Bürger vor besonderen Unglücksfällen und Schadenslagen (Großbränden mit gefährlichen Schadstoffentwicklungen etc.), besonderen Unwetterlagen und vielen weiteren Gefahrenlagen effektiv erreicht und gewarnt werden. 

Warn-Apps für das Smartphone

Die Warn-Apps stellen eine moderne Ergänzung dar. Bei einem Ausfall des Funknetzes oder bei Stromausfällen können Versand und Empfang der Push-Nachrichten nicht gewährleistet werden. 

Ist das Handy lautlos, aus oder nicht vorhanden, kommt die Warnung nicht an. Die Warn-Apps sind zwar anfangs ein Versuch gewesen, Sirenen zu ersetzen, doch stellen sie nun eine starke und moderne Ergänzung dar. Aus diesem Grund können neuerdings auch im Landkreis Roth amtliche Bevölkerungswarnungen die App-Nutzer erreichen.

Die schrille Tonfolge erreicht sehr viele Menschen und soll den Sinn haben, die Menschen zum Einschalten des örtlichen Rundfunks zu Bewegen und sich zu informieren, welche Gefahr besteht. Man soll geschlossene Räume aufsuchen, Fenster und Türen schließen und den Anweisungen der Sicherheitsbehörden folgen.

Unterschiedliche Tonfolgen

Es gibt verschiedene Tonfolgen. Die Bevölkerungswarnung weicht deutlich von der Feurerwehralarmierung ab. 

Auf YouTube haben wir ein interessantes Video hierzu gefunden:

Aktuelle Sirenentonfolgen in Deutschland

Info-Video vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:

Modulares Warnsystem

Und zum Abschluss ein Video zum Schmunzeln. Auch wenn es damals alles andere als "lustig" gemeint war.

Duck and Cover