Zum 4. Advent 2020

20. Dezember 2020
Verein Öffentlichkeitsarbeit
"Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die vierte Kerze brennt. Gott selber wird kommen, er zögert nicht. Auf, auf, ihr Herzen, und werdet licht."

Von Herzen, die licht, also hell werden sollen, ist in der vierten Strophe unseres Liedes die Rede. Während sich die anderen Liedstrophen eher mit der Dunkelheit um uns herum, also den dunklen Seiten des Lebens beschäftigt haben, geht es heute einen Schritt tiefer - in unsere eigenen Herzen.

Wie zeigt es sich, das Dunkelheit in einem Herzen vorherrscht? Ich denke da vor allem an Menschen, die eine schwierige, oder gar bedrohliche Situation durchmachen müssen. Gerade stecken wir mehr oder weniger alle in solch einer Lage. Corona sorgt heuer für ein Weihnachtsfest, dass vielen Menschen im Magen liegt. Kontaktbeschränkungen bis hinein in den Familienkreis. Und das an solch einem emotional aufgeladenen Fest. Bei vielen unserer Mitmenschen liegen die Nerven blank und auch ich komme hin und wieder an meine Grenzen. Dunkelheit kann sich auch in meinem Herzen breit machen. Bei nicht wenigen zeigt sich diese dann in bestimmten Verhaltensweisen. Wir sind dünnhäutig geworden. Viele sind deutlich schneller gereizt und schlecht gelaunt. Andere treiben diese Haltung zur Perfektion, rebellieren oder verfangen sich in Verschwörungstheorien. Es ist in so manchem Herzen dunkel.

In dieses Dunkel hinein kommt nun der Ruf unseres heutigen Liedtextes. Unsere Herzen können - ja sollen - hell werden, weil Gott selber kommt. An Weihnachten feiern wir genau dieses weltverändernde Ereignis. Wer an Weihnachten Jesus, das Christkind, in sein Herz hineinlässt, wie wir auch geliebten Menschen einen Platz in unserem Herzen einräumen, der wird zunehmend die Erfahurng machen, dass er von innen her zu leuchten beginnt. Wir alle brauchen dieses Licht der Hoffnung. Der Lyriker, Theologe und Arzt, Angelus Silesius, formulierte einst den treffenden Satz: "Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren." Möge das nahende Christsfest das Dunkel, welches dieses verrückte Jahr in unsere Herzen eingepflanzt hat, mit seinem Licht erhellen!

 

Euer Andreas Bittner