Wendelsteins Feuerwehr feierte mit befreundeten Wehren offiziell „Indienststellung“
Bei der Begrüßung der fast 150 Teilnehmer in der Fahrzeughalle der Wendelsteiner Feuerwehr hieß 1.Kommandant und Kreisbrandmeister Stephan Ebeling auch zahlreiche Ehrengäste mit Landrat Ben Schwarz und Kreisbrandrat Christian Mederer an der Spitze willkommen und nannte die aktuelle Feier ein besonderes Ereignis in mehrfacher Sicht. Nach der Indienststellung der neuen Drehleiter im Dezember 2024 sei dies die zweite wichtige Ersatzbeschaffung in kurzer Zeit für die Stützpunktwehr. Und es war kein einfacher Weg, so Ebeling, ein weiteres Spezialfahrzeug für die Wendelsteiner Wehr anzuschaffen angesichts neuer staatlicher Regelungen.
Der Vorgänger des jetzigen „Rüstwagens“ war 1987 ein wichtiger „technischer Meilenstein“ für die Feuerwehr. Nach 2000 galt ein „Rüstwagen“ dann als „altmodisch“, ersatzweise wurden Löschfahrzeuge für die technische Hilfeleistung aufgerüstet und als „Hilfs-Löschfahrzeuge“ (HLF) neu definiert. Fehlende Geräte für verschiedenste Notfälle zeigten jedoch bald, daß es auch weiterhin Bedarf für solche Spezialfahrzeuge gab. Die unklare Situation bei der Förderung nach der Wiederanerkennung für Rüstwägen war ein Hauptgrund, warum die Feuerwehr Wendelstein erst jetzt nach 38 Jahren einen modernen Fahrzeugersatz für den RW bekam.
Besonderer Dank an die Gemeinde
Stephan Ebeling dankte allen Institutionen und Firmen, die perfekt zusammengearbeitet hatten, um den neuen Rüstwagen ohne Verzögerung aufzubauen: Der Gemeinde sowie in besonderer Weise Kämmerer Stefan Zeltner galt der Dank für die Finanzierung. Von MAN kam wie beim Vorgänger das Basisfahrzeug und die Firma Lentner im oberbayerischen Hohenlinden war ein guter Partner für den Fahrzeugaufbau. Der Fachfirma Jahn als Geräteausstatter galt ein weiterer Dank, da sie in Abstimmung mit der Stützpunktwehr alle „Wunschgerätschaften“ beschaffen konnte, ob diese zur Standardausrüstung gehörten oder individuelle Vorgaben waren.
Die insgesamt aufs Fahrzeug verlastete Technik mache den Rüstwagen zu einer selbständigen „mobilen Werkstatt zum Hilfe in schweren Einsatzlagen“ beschloß Ebeling seine Informationen. Seinen Dank ergänzte er noch um den an alle Aktiven in der Feuerwehr, die sich seit Ankunft des RW im Dezember 2025 mit dessen technischen Geräten und Hilfsmöglichkeiten vertraut gemacht haben: „Im Februar 2026 haben wir dann den neuen Rüstwagen als Einsatzfahrzeug offiziell zur Einsatzbereitschaft angemeldet und seinen Vorgänger nach 38 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet“.
Wichtige technische Hilfe für die Bevölkerung beim Notfall
Das erste Grußwort oblag Landrat Ben Schwarz: Er würdigte die Anschaffung des Rüstwagens als wertvolles Spezialfahrzeug und wichtige Unterstützung der Feuerwehrarbeit, um schnell und richtig zu handeln im Notfall. Unverzichtbar sind auch die in die Fahrzeugtechnik eingearbeiteten Aktiven der Feuerwehr, die sich ehrenamtlich dafür einbringen. Solche Spezialfahrzeuge neu oder als Ersatz anzuschaffen ist zudem weitsichtig, weshalb er der Gemeinde zum Mut für diese Entscheidung dankte und der Feuerwehr für alle Einsätze mit dem Rüstwagen stets erfolgreiche Einsätze und eine gute Rückkehr vom Einsatz wünschte.
Für die Gemeinde Wendelstein begrüßte 1.Bürgermeister Werner Langhans zusammen mit dem Glückwunsch zum neuen Rüstwagen besonders die Feuerwehr-Abordnung aus der polnischen Partnergemeinde Zukowo, deren Kommen ist ein Zeichen für die aktive Partnerschaft. Wer dem alten Rüstwagen nachtrauere, könne dieses Stück Feuerwehrtechnik (1987 wurden insgesamt nur zwei Fahrzeuge dieser Art gebaut) in Zukunft im oberfränkischen Feuerwehrmuseum Bad Schauenstein besuchen. Der Erlös vom Verkauf ans Museum wird dann zur Ausrüstung der Feuerwehren in der Ukraine verwendet.
Gefahrenpotential in der Gemeinde rechtfertigt einen Rüstwagen
„Der neue Rüstwagen ist eine wichtige Ergänzung für die überörtlichen Hilfsaufgaben, es gab Diskussionen im Gemeinderat - die Entscheidung dafür war aber lösungsorientiert“ erinnerte sich Langhans und berief sich zudem auf im Feuerwehrbedarfsplan aufgelistete Gefahrenpotentiale. Diese waren auch für Kreisbrandrat Christian Mederer ein Aspekt im Grußwort: Er ging auf technische Anforderungen und Hilfsmöglichkeiten ebenso ein wie auf die intensivere überörtliche Verkehrseinbindung Wendelsteins, die sich für aktuelle Einsätze eines Rüstwagens heute stark verändert haben im Vergleich zur Ausstattung des Rüstwagens von 1987.
Zur Feier gehörte auch die Segnung des neuen Rüstwagens und der Feuerwehrangehörigen durch die evangelische Pfarrerin Johanna Graeff und den katholischen Pfarrer Michael Kneißl. Beide nannten die Feuerwehr mit ihren Aktiven und der technischen Ausrüstung wichtige „Hände Gottes“ für die Allgemeinheit. Darauf verweise das Feuerwehrmotto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Zugleich kann eine Feuerwehr mit ihren Aktiven nur mit ihren technischen Mitteln und ihrem Wissen das „menschenmögliche“ im Notfall machen und auch die Aktiven sind immer - ob beim Üben für den Ernstfall oder im Einsatz - in Gottes Hand.
Bei der symbolischen Schlüsselübergabe an den Bürgermeister bekannte Heinrich Hallhuber als Vertreter der Firma Lentner stolz, er freue sich der Feuerwehr Wendelstein einen 100prozentigen „bayerischen Rüstwagen“ übergeben zu können. In Oberbayern gebaut, diene er jetzt erfolgreich dem Brandschutz in Franken. Den Schlüssel gab Werner Langhans gern an den Kommandanten Stephan Ebeling und Vereinsvorsitzenden Karl Sperner weiter mit besten Wünschen. Vor einer fränkischen Stärkung als Abschluß gratulierte außerdem die Abordnung der Feuerwehr Zukowo ihren Wendelsteiner Kameraden und übergab einen Präsentkorb. (jör)
Foto 1 (jör): Ein historischer und wichtiger Tag für die Wendelsteiner Stützpunktwehr: Im Feuerwehrhof erhielt Kommandant Stephan Ebeling (links) von 1.Bürgermeister Werner Langhans (2.v. rechts) symbolisch den Schlüssel für den neuen Rüstwagen, mit auf dem Foto sind Heinrich Hallhuber (2.v. links) von der Firma Lentner und Karl Sperner (rechts) als Vorsitzender des Feuerwehrvereins.
Foto 2 (jör): Als weitgereiste und willkommene Gäste gratulierte auch eine Abordnung von der Feuerwehr aus Wendelsteins polnischer Partnergemeinde Zukowo und übergab einen Präsentkorb zusammen mit den Glückwünschen.
Foto 3 (jör): Pfarrerin Johanna Graeff (rechts) und Pfarrer Michael Kneißl (links) oblag bei der Übergabefeier im Feuerwehrhof die ökumenische Segnung des neuen Rüstwagens und aller aktiven Feuerwehrangehörigen.